MTS - Ein besonderes Managertraining

Ein Erfahrungsbericht

Bild Managementtraing Training 3, Thomas Riemann

Einige Führungskräfte eines mittelständischen Ingenieurunternehmens, alles »Landratten«, die noch nie auf einer Segelyacht waren, entschließen sich, diese andere Art von Führungskräfte-Training zu durchlaufen. Sie wollten eben nicht im Seminarhotel nur theoretisch planen und entscheiden, sondern die Ergebnisse sofort umgesetzt sehen.

Die Ziele: die eigene Führungskompetenz auszubauen und Tagesprojekte verantwortungsvoll zu planen, durchzuführen und dabei ergebnisorientierte Kommunikation und Zusammenarbeit zu praktizieren.

Nach sechs Tagen wollen sie in der Lage sein, über die Methode Führen einer Segelyacht die gewonnenen Erfahrungen in ihr Unternehmen zu übertragen. Denn eine Yacht in einem einfachen, aber unbekannten Revier selbstständig zu führen – vom Ablegen bis zum Anlegen – und alle grundlegenden Aufgaben – Tagesskipper, Navigator, Vorschoter, ... – eigenständig zu übernehmen ist mit dem Unternehmensalltag vergleichbar. Wenn auch mit einem Unterschied: auf einer Segelyacht wirkt jede Entscheidung unmittelbar und sofort auf jeden.

Bild Managementtraing Training 1, Thomas Riemann

Dabei kam es den Führungskräften nicht darauf an, perfekt segeln zu lernen, sondern zu erkennen, dass ein unbekanntes, innovatives Projekt durch gute Planung, klare Aufgabenzuweisung und wohlüberlegte Entscheidungen zum Erfolg geführt werden kann. Abendliche Feed-Back-Runden zur Entscheidungsfindung, Führungsverhalten und Kommunikation zeigten dann deutlich, welche Erfahrungen jeder Einzelne gemacht hatte. Selbstverständlich standen wir rund um die Uhr als erfahrene Skipper und Trainer zur Verfügung.

Der Törn selbst, auf einer Bavaria 46, begann in der Marina Veruda bei Pula und führte am ersten Tag nach Mali Losinj. Nach einer intensiven Einweisung durch den Skipper konnten und mussten die Teilnehmer die vereinbarten Aufgabenbereiche eigenständig übernehmen. Als Co-Skipper führte ich in die Grundzüge der Navigation ein und überwachte dies auf dem gesamten Törn. In Mali Losinj zeigte der Skipper noch, wie man richtig rückwärts anlegt, ab dann war dies Sache der Teilnehmer.

Der zweite Tag führte über einen Stopp in einer einsamen Ankerbucht nach Rab. Jetzt schon langsam als Mannschaft zeigten sie erste Lernerfolge in der Abstimmung, bis hin zum Anlegemanöver.

Der dritte Tag von Rab nach Martinscica zeigte weitere Seminarerfolge: der Tageskipper führte die Mannschaft, plante den Tagestörn und traf mit seiner Crew wohlüberlegte Entscheidungen, die diese sicher, verantwortungsvoll und zuverlässig ausführte. So dass ab dem vierten Tag nach Pomer in der Medulin-Bucht schon richtige Bordroutine einkehrte, die nur von einer rund 20-köpfigen Delphingruppe unterbrochen wurde.

Bild Managementtraing Training 4, Thomas Riemann

Am fünften Tag stoppte ein Küstenwachboot den morgendlichen Schwung - als hätte das Trainerteam diese »Störung« geplant. Wegen einer militärischen Seeübung musste zunächst in die Bucht zurückgekehrt werden. Durch das verspätete Auslaufen am Nachmittag konnten die Teilnehmer nach einigen Stunden Segelns die Herausforderung der Dunkelheit kennenlernen: nächtliches Ansteuern und Anlegen des Hafens von Rovinj - eine Herausforderung an die Navigation durch Zusammenarbeit und Kommunikation.

Der letzte Tag sollte zeigen, inwieweit die Teilnehmer das Seminarziel erreicht haben. Ohne Hinweise von Skipper und Trainer wurden alle Aufgaben einer korrekten und sicheren Schiffsführung sowie Zielerreichung selbständig geplant und ausgeführt. Jeder bewies, dass das Seminarziel erreichbar ist. Die Rückfahrt zum Ausgangshafen Veruda verlief optimal. Das Seminarziel wurde nach 160 sm erreicht!

Das Fazit: Die Teilnehmer haben bewiesen, dass durch hohes Engagement, Lernbereitschaft und zielorientierte Zusammenarbeit und Kommunikation selbst ein solches innovative Projekt – Führen einer Segelyacht – realisiert werden kann. Die Erkenntnisse der grundlegenden Anforderungen - verantwortliche Führung, Übernahme der Verantwortung und situationsgerechte Kommunikation - lassen sich nach Meinung der Teilnehmer durchaus nachhaltig auf den beruflichen Alltag übertragen.