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Personalmanagement Thomas Riemann – kompetent, pragmatisch und immer persönlich

Das Kompetenzprofil

Kompetenz ist das Ergebnis von Erfahrung und Erfolg

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, denn viele Bewerber kennen es nicht. Die in vielen Bewerbungsratgebern empfohlene »Dritte Seite« oder »Was mir wichtig ist« hat mit dem Kompetenzprofil nichts zu tun. Denn Ihren zukünftigen Arbeitgeber interessiert nicht, was sie privat tun; er will nur wissen, ob Sie zum Unternehmen passen und für die neue Verantwortung auch wirklich alle Kompetenzen aufweisen.

In Ihrem individuellen Kompetenzprofil stellen Sie Ihr Fachwissen und Ihre weiteren Schlüsselqualifikationen, die sogenannten Meta- oder Kernkompetenzen, die man für jede Tätigkeit benötigt, sowie die jeweiligen Erfolge darin dem Anforderungsprofil der gesuchten oder erwünschten Aufgabenstellung gegenüber. Wann sie diese einmal erworben haben, spielt dabei weniger eine Rolle. Denn Kompetenzen sind wie Radfahren, einmal erlernt, kann man es ein Leben lang, sie müssen nur gelegentlich aufgefrischt werden.

Ihre eigenes Profil gliedern Sie nach den folgenden Fragen, dabei sollten Sie sich auch an den  22 Metakompetenzen aus der den neuen Anforderungen der Arbeitswelt 4.0 (Stand 2020) orientieren:

  • Was kann ich (Fachkompetenz mit Qualifikation und Praxis)!
  • Wie kann ich es (Methodenkompetenz)!
  • Wie arbeite und kommuniziere ich mit anderen (Kommunikationskompetenz)!
  • Was bringe ich als Person ein ( persönliche Kompetenz)!

Das Kompetenzprofil ergänzt daher durch seine klare sachorientierte Gliederung mit drei oder vier kurz beschriebenen Erfolgen den strikt zeitorientierten  innovativen Lebenslauf, der damit kürzer und übersichtlicher wird.

Mit beiden Dokumenten zeigen Sie dem Unternehmen Ihren Wert und Nutzen mit Ihren Fähigkeiten genau passend für das Angebot. Wie Sie beide Dokumente in die richtige Form bringen, lesen Sie dann auf  Form der Bewerbung.

Die Reihenfolge des Aufbaus wird dabei durch die Wichtigkeit der Begriffe oder durch den Aufbau des Stellenangebots bestimmt. Und wenn Sie sich initiativ mit Ihrem Nutzen bewerben, dann orientieren Sie sich an dem  Grundaufbau. So zeigen Sie Ihre Fähigkeit, sich auf das Unternehmen und die Position einstellen zu können. Und an Erfolgen reichen drei oder vier, die sich der Entscheider bildhaft vorstellen kann und zur gewünschten Aufgabe passen. Im Kompetenzprofil bringen Sie damit auch die Beschreibungen unter, die früher den Lebenslauf aufgebläht haben.

Ihre Vorbereitung

Stellen Sie sich vor dem Aufbau Ihres Kompetenzprofils folgende Fragen:

  • Für welche Funktion genau sucht das Unternehmen?
  • Wie gliedert sich dieses Angebot in die verschiedenen Kompetenzen?
  • Was können Sie von der Aufgabenbeschreibung sehr gut und in welcher Art und Weise?
  • Welche konkreten, große oder kleine, passende Erfolge haben Sie jeweils erzielt?
  • Welche Ihrer Kompetenzen nutzen dem Unternehmen am meisten?
  • Oder die bessere Lösung sich initiativ zu bewerben: was genau ist meine Kernkompetenz und mein Nutzen für dieses Unternehmen!

Der Grundaufbau in der Arbeitswelt 4.0

Kompetenzen kann man nach sehr unterschiedlichen Kriterien gliedern. In der Praxis sollten Sie ihre Kompetenzen so gliedern, wie Sie selbst das Anforderungs- oder Stellenprofil für diese Aufgabe oder Position aufstellen würden. Oder orientieren Sie sich an den Begriffen und Beschreibungen des Stellenangebots. Denn diese Begriffe wollen die Enscheider wiederfinden (   siehe Beispiel).

kleine Grafik Kompetenzprofil

Wenn Sie sich initiativ bewerben, halten Sie sich an folgende Gliederung:

  • Fachkompetenz
    Was kann ich konkret, also Ihre Qualifikation, konkretes Fachwissen und ihr Können mit den Erfolgen, gegliedert nach den gesuchten fachlichen Erfahrungen in den Teilaufgaben und Ihre Verantwortung dazu
  • Methodenkompetenz
    Wie wende ich meine Fachkompetenz an, also Management- und Organisationskompetenz, Projektumfang und -dauer, Umgang mit digitalen Medien, Zeitmanagement sowie die Fähigkeit zum lebenslangen Lernen
  • Sozialkompetenz
    Wie kommuniziere ich dies situativ mit anderen im Team- oder Projekten interkulturelle Orientierung, Verantwortungsfähigkeit, situatives Kommunikationsvermögen und Konfliklösungsfähigkeit
  • Persönliche Kompetenz oder Selbstkompetenz
    Ihre sonstigen persönlichen Fähigkeiten wie Belastbarkeit oder Zuverlässigkeit aber auch persönliches Gesundheitsmanagement, Fremdsprachen und ethische/moralische Wertvorstellung. Die Erwartungen der Unternehmen an Ihre weiteren Kernkompetenzen finden Sie  hier.
Und wenn Sie sich auf eine Leitungsfunktion bewerben, dann sollten Sie mit dieser beginnen:
  • Führungskompetenz
    Ihre Führungserfahrung und -praxis mit Leitungsspanne und Verantwortungsebene in Linie und Projekten mit Entscheidungs- und Durchsetzungsfähigkeit.

Auch Ihre berufliche Fort- und Weiterbildungen werden den jeweiligen Kompetenzen zugeordnet. Denn nur so kann man Ihre Entwicklung nachvollziehen.

Ihre Fremdsprachenkompetenz sollten Sie gleich mit dem auch langsam im Personalwesen üblichen Einstufungsbezeichnungen nach dem   GER, dem Europäische Referenzrahmen für Sprachen angeben. Also zum Beispiel: »Verstehen B2, Sprechen B1, Schreiben A2«. Eine Erläuterung zur Selbsteinstufung finden Sie im Downloadbereich als PDF  unter  GER Raster zur Selbstbeurteilung (Quelle:  Goethe-Instituts).

    Die Bewertung gliedert sich in den drei Ebenen »Verstehen«, »Sprechen« und »Schreiben« mit je zwei Niveaus:
  • Elementare Sprachverwendung (A1 und A2)
  • Selbständige Sprachverwendung (B1 und B2)
  • Kompetente Sprachverwendung (C1 fortgeschrittenes Niveau; C2 nahezu muttersprachlich)

Ihre ITK Fertigkeiten können Sie ruhig so ähnlich beschreiben. Denn statt nur »MS-Office®« ist es doch viel präziser zu schreiben: »Word C1; Excel B2, Powerpoint A2, etc«.

Ehrenamtliche Tätigkeiten oder »Hobbies« sollten Sie als eigenen Punkt aufführen, denn auch hier erzielen Sie Erfolge. Aber nur, wenn sie einen beruflichen Bezug haben oder Ihren Nutzen verdeutlichen.

Auch das Kompetenzprofil sollte nicht länger als eine Seite sein. Auf dieser Seite sehen Sie zwei  Beispiele. Und denken Sie bei den Forumlierungen daran! Ihre Kompetenz ist das Ergebnis Ihrer Erfahrung und Ihrer Erfolge!

Die Kernkompetenzen in der Arbeitswelt 4.0

Grafik: Metakompetenzen 2020 Personalmanagement Thomas Riemann

Gerade durch die Veränderung in der Arbeitswelt, wie dem ökologischer Umbau, der Digitalisierung, der Arbeitsflexibilisierung oder aktuell die Corona-Krise, werden neben Ihrer Fachkompetenz Ihre außerfachlichen Kompetenzen (auch als Schlüsselqualifikationen, Kern- oder Metakompetenzen bezeichnet) für die Besetzung von Stellen und Aufgaben immer wichtiger.

Die nachstehenden 22 Kernkompetenzen (siehe Grafik) sind in einer aktuellen  Studie aus 2019/2020 durch Prof. Dr. Nele Graf in Zusammenarbeit mit Praktiker*innen der Personalerinitiative Wege zur  Selbst-GmbH als die Kompetenzen identifiziert worden die Sie benötigen, um in der zukünftigen Arbeitswelt erfolgreich zu sein.

Die ersten sieben elementaren Kernkompetenzen werden in jeder Aufgabenstellung benötigt, weitere vier elementare Kompetenzen kommen situativ hinzu. Über die weiteren Metakompetenzen sollten Sie ebenfalls verfügen.

Die elementaren Kernkompetenzen

Selbstorganisation
ist die Fähigkeit, das eigene Handeln aktiv und weitgehend unabhängig von unterstützenden oder störenden Faktoren situationsentsprechend zu realisieren. Es baut auf Selbstständigkeit und Eigenaktivität des Handelnden, auf Selbsterfahrung und Selbstkontrolle, einschließlich der notwendigen Selbstkritik.

Kommunikationskompetenz
ist die Fähigkeit konstruktiv, effektiv und bewusst zu kommunizieren, um vorteilhafte Ergebnisse und Lösungen zu erzielen, ohne Kommunikationspartner zu frustrieren. Im Virtuellen ist es die Fähigkeit, in Wort und Schrift zu kommunizieren und dieses den Kanälen anzupassen.

Digitale Grundkompetenzen
ist die Fähigkeit digitale Daten, Informationen und Inhalte zu speichern, zu managen und zu organisieren sowie mittels digitaler Technologien zu kommunizieren und zu kollaborieren und Probleme zu lösen. Zudem können digitale Inhalte erstellt und Rechte und Lizenzen beachtet sowie Geräte und Daten geschützt werden.

Lernkompetenz
ist die Fähigkeit zum selbstgesteuerten Lernen durch Wissen über eigene Lernpräferenzen und die Gestaltung des eigenen Lernprozesses unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen der Organisation.

Selbstreflexion
bezeichnet die Fähigkeit des Menschen, über die eigene Situation nachzudenken. Reflexionen von äußeren oder inneren Beobachtungen können als Chancen zum Erkennen von Problemen und Ansatzpunkten für Veränderungen angesehen werden.

Kundenorientierung
ist die Fähigkeit zur regelmäßigen, systematischen Erfassung und Analyse der Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden sowie deren Umsetzung.

Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit)
ist die Fähigkeit von Menschen, auf Anforderungen in sich ändernden Situationen flexibel und angemessen zu reagieren und stressreiche, frustrierende, schwierige und belastende Situationen ohne psychische Folgeschäden zu meistern.

Umgang mit Unsicherheit/ Risiko
ist die Fähigkeit in Situationen Entscheidungen zu treffen und zu handeln, in denen nur Wahrscheinlichkeiten und Ungewissheit über Ergebnisse bestehen.

Informationsmanagement
ist die Fähigkeit zur Suche, Strukturierung, Speicherung, Verbreitung sowie der Prüfung des Wahrheitsgehalts von Informationen. Qualitätskriterium ist, dass die richtige Information die richtige Person im richtige Format zur richtige Zeit erreicht.

Verantwortungsbereitschaft
ist einerseits das Bewusstsein über die Verpflichtung und Berechtigung zum selbstständigen Handeln und zur Erfüllung einer Aufgabe sowie andererseits die Bereitschaft für damit verbundenen Auswirkungen des eigenen Handelns die Verantwortung zu übernehmen.

Umgang mit Komplexität
ist die Fähigkeit mit vielen Variablen, deren starker Vernetzung und Abhängigkeit sowie Intransparenz umzugehen. Dadurch können gegenseitig beeinflussende und sogar widersprechende Ziele sowie zunehmende Unsicherheit gehandhabt werden.

Die weiteren notwendigen Metakompetenzen

Selbstwirksamkeit
ist die Überzeugung, dass man fähig ist, etwas zu erlernen oder eine bestimmte Aufgabe auszuführen und damit auch schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können.

Kritisches Denken
ist die Fähigkeit Wertvolles von Wertlosem zu unterscheiden und Hypothesen auf ihre Richtigkeit zu prüfen. Dazu werden Belege und Gegenbelege unabhängig von der eigenen Position bewertet und in eine Schlussfolgerung überführt.

Interkulturelle Kompetenz
ist die Fähigkeit, mit Individuen und Gruppen anderer Kulturen erfolgreich und angemessen zu interagieren, im engeren Sinne die Fähigkeit zum beidseitig zufriedenstellenden Umgang mit Menschen unterschiedlicher kultureller Orientierung.

Netzwerkkompetenz
ist die Fähigkeit Netzwerke aufzubauen und zu pflegen, in diesen zu arbeiten und für die eigene Weiterentwicklung zu nutzen.

Kreativität
ist die Fähigkeit zur Entwicklung und Ausarbeitung von originellen, d.h. neuen bzw. ungewöhnlichen Ideen. Dabei werden Alternativen zu herkömmlichen Problem-lösungswegen herausgearbeitet und realistische, zielgerichtete Entscheidungen getroffen.

Konfliktkompetenz
ist die Fähigkeit zum Erkennen von Interessengegensätzen, die persönliche Toleranz, Meinungen anderer auch dann noch zuzulassen, wenn sie der eigenen Vorstellung wider-sprechen sowie die individuelle Bereitschaft zur Konfliktbearbeitung. Dazu gehört auch die eigene Konfliktfähigkeit zu reflektieren sowie die notwendige Kompromissbereitschaft aufzubringen.

Empathie
ist die Fähigkeit, sich treffsicher in die Gedanken- und Gefühlswelt anderer Menschen hineinzuversetzen. Dadurch kann man das Verhalten einzelner Menschen oder ganzer Gemeinschaften (Teams oder Organisationen) besser vorhersagen (antizipieren) und sich gezielt darauf einstellen.

Prozessverständnis
ist die Fähigkeit zum Verstehen von Prozessen, Abläufen, Zusammenhängen und deren Auswirkungen. Es beschreibt das Vermögen, ein komplexes System gedanklich oder physisch in seine Elemente bzw. Subsysteme zu zerlegen sowie Zusammenhänge aufzudecken und beeinflussbare Variablen und Parameter des Systems zu gestalten.

Transferfähigkeit
ist die Fähigkeit, verstandene Prinzipien oder Strukturen auf Neues oder Ähnliches zu übertragen, unabhängig von der Situation erinnern und anwenden zu können.

Anpassungsfähigkeit
ist die Fähigkeit sich im Rahmen der Arbeit mit anderen in Gruppen (Teams), Unternehmen und Organisationen so einzubringen, so dass die gemeinsamen Ziele schneller und besser erreicht werden, ohne dabei die eigene Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit einzuschränken.

Beziehungsgestaltung
ist die Fähigkeit mit unterschiedlichen Menschen in produktive Kommunikations- und Kooperationsbeziehungen zu treten und diese auch langfristig aufrecht zu erhalten.

Europas Schlüssel-Qualifikationen für ein lebenslanges Lernen

Logo EU Lebenslanges Lernen

Für den Bereich der beruflichen Fortbildung hat die Europäische Union bereits 2006, unter dem Aspekt eines lebensbegleitendem Lernen, für alle EU-Bürger einen Rahmen für Schlüsselkompetenzen geschaffen (  Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates). Auch über diese Kompetenzen sollten alle Bürger verfügen.

Der Referenzrahmen umfasst acht Schlüsselkompetenzen:

  • Muttersprachliche Kompetenz
  • Fremdsprachliche Kompetenz
  • Mathematische Kompetenz und grundlegende naturwissenschaftlich-technische Kompetenz
  • Computerkompetenz
  • Lernkompetenz
  • Soziale Kompetenz und Bürgerkompetenz
  • Eigeninitiative und unternehmerische Kompetenz
  • Kulturbewusstsein und kulturelle Ausdrucksfähigkeit.

Der Grund für diese Empfehlung der EU liegt in der Globalisierung. Diese stellt auch die Europäische Union vor immer neue Herausforderungen, so dass alle Bürger eine breite Palette an Schlüsselkompetenzen benötigen, um sich flexibel an ihr Umfeld, und damit auch der Arbeitswelt, anpassen zu können. Denn dieses ist durch raschen Wandel und starke Vernetzung gekennzeichnet.


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